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23.11.2017 : 0:33

Kater Cook bittet zur Prüfung

Unterstützt werden die Schüler von Carola Stumpe-Richter (l.) und der Geschäftsführerin im Sächsischen Landfrauenverband Kerstin Lippold. (Foto: Klaus Ebert)
Unterstützt werden die Schüler von Carola Stumpe-Richter (l.) und der Geschäftsführerin im Sächsischen Landfrauenverband Kerstin Lippold. (Foto: Klaus Ebert)

Landfrauen verhelfen Schülern zu Ernährungsführerschein

Sayda. Oh, es roch gut am Montag im Speiseraum der Grundschule Sayda. 24 Mädchen und Jungen der 3. Klasse rührten mit großer Begeisterung in kleinen Gruppen Teig zu Plätzchen ein. Das Beste dabei: Sie machten ihre Arbeitsplätze nach getaner Arbeit wieder sauber - ohne zu murren.

Die Weihnachtsbäckerei war die letzte Praxisstunde für ihren Ernährungsführerschein. In insgesamt sechs Doppelstunden hatten sich die Kinder im praktischen Umgang mit Lebensmitteln und Küchengeräten geübt, hatten Hygiene in der Küche kennen gelernt, erfahren, wie gesunde Speisen zubereitet werden, wie man einen Tisch schön deckt und was man beim Essen tun oder auch lassen soll. Immer an ihrer Seite war dabei Kater Cook als pfiffiger Küchenmeister.

Die Chefkochmütze aber hatte die Saydaerin Carola Stumpe-Richter von den Sächsischen Landfrauen auf, denn der Ernährungsführerschein ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Landfrauenverbandes mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

1000 solcher etwas anderen Führerscheine konnten von den vier extra dafür ausgebildeten Fachfrauen in Sachsen bereits vergeben werden, 521 davon gehen allein auf das Konto von Carola Stumpe-Richter, die an der Grundschule ihrer Heimatstadt gleichzeitig einen Kochkurs betreut. Schüler in 14 Schulen hat sie bereits zur erfolgreichen Prüfung geführt. "Die Kinder lernen dabei viel Alltagskompetenz. Das Projekt berührt beinahe alle Fächer - Deutsch beim Rezepte lesen, Mathe beim Wiegen und Abmessen, Religion und Ethik bei den Tischsitten, Kunst beim Tisch decken", sagt Klassenleiterin Diana Richter, die den kleinen Plätzchenbäckern am Montag ebenso assistierte wie einige Mütter. 2009, in seinem dritten Jahr, soll das Projekt weiter ausgebaut werden, nicht zuletzt, weil es den Kindern riesigen Spaß macht, wie sich auch am Montag zeigte.

von Gudrun Frohmader, erschienen am 15.12.2008 in der Freien Presse, Lokalausgabe für Freiberg

Ernährungsführerschein macht fit für die Küche

Nach dem gemeinsamen Gemüse schnippeln, lassen es sich Carola Stumpe-Richter und die Schüler Jonas, Marlen, Natalie und Sarah (v. l.) der dritten Klasse der Grundschule Sayda schmecken. Foto: Tobias Seifert
Nach dem gemeinsamen Gemüse schnippeln, lassen es sich Carola Stumpe-Richter und die Schüler Jonas, Marlen, Natalie und Sarah (v. l.) der dritten Klasse der Grundschule Sayda schmecken. Foto: Tobias Seifert

Landfrauen bringen Drittklässlern der Saydaer Grundschule Lebensmittelkunde anschaulich näher

Sayda. Ihren Ernährungsführerschein haben am Montag die Drittklässler der Grundschule Sayda abgelegt. Vorher herrschte reges Treiben bei den Mädchen und Jungen: Schürzen wurden angezogen, Küchenbesteck und Teller ausgepackt, selbst mitgebrachter Quark und frisches Gemüse auf die Schulbänke gelegt. In Minutenschnelle hatte sich das Klassenzimmer in eine Küche verwandelt.

"Heute stehen bei uns Knabbergemüse, Kräuterquark und Körperhygiene auf dem Programm", erklärte Carola Stumpe-Richter. Die Köchin und Erzieherin ist eine von zwei Fachkräften des Deutschen Landfrauenverbandes, die in Mittelsachsen den Lehrkräften der Grundschulen bei der Ernährungsbildung der Kinder zur Seite stehen. Hierfür wurde vom AID-Infodienst der Ernährungsführerschein ins Leben gerufen. Der AID-Informationsdienst ist ein gemeinnütziger Verein und wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz finanziert. "Der Führerschein soll die Lebensmittelkunde lebendig und praxisnah vermitteln, wobei auch das Zubereiten und Abschmecken einfacher Gerichte auf dem Programm stehen."

Nach sechs Lerneinheiten und einem schriftlichen Test steht noch eine praktische Prüfung aus. Hierbei bewirten die Schüler Gäste und wenden das erlernte Wissen an. Danach gibt es den heiß begehrten Schein.

Bei den Schulen jedoch wäre die Nachfrage nach der Aktion momentan gering. "Dabei können wir als Fachkraft jeweils bis zu zehn Einrichtungen kostenlos unterstützen", so Carola Stumpe-Richter. Denn bis Februar 2009 würde der Einsatz der Landfrauen finanziell gefördert. "Nur die Grundschulen in Sayda und Cämmerswalde nutzen bisher in Mittelsachsen das Angebot." Deutschlandweit wurden schon über 1200 Führerscheinprojekte in Angriff genommen.

Von Tobias Seifert, Freie Presse, Lokalredaktion Freiberg, März 2008